Webanalyse

Webanalyse: Grundlagen, Methoden und Werkzeuge im Überblick

Webanalyse, englisch Web Analytics, misst nicht nur, wie viele Besucher kommen, sondern auch, woher sie kommen und was sie auf Ihrer Website tun. Diese Seite erklärt Methoden und Werkzeugarten und hilft bei der Auswahl.

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Tablet mit einer Aufgabentafel auf dem Schreibtisch, im Hintergrund ein Monitor mit Balkendiagramm

Was Webanalyse ist

Webanalyse ist das Sammeln und Auswerten von Daten darüber, wie eine Website genutzt wird. Ein Besucherzähler ist ihre einfachste Form: Er zählt Aufrufe. Webanalyse-Werkzeuge gehen weiter und beantworten Fragen wie:

  • Über welche Wege kommen Besucher: Suchmaschinen, andere Websites, Newsletter, soziale Medien?
  • Welche Seiten werden gelesen, und in welcher Reihenfolge?
  • Wo brechen Besucher ab, etwa auf dem Weg zu einem Kontaktformular?
  • Welche Geräte, Bildschirmgrößen und Browser nutzen sie?

Drei Methoden der Datenerfassung

Page-Tagging per JavaScript

Ein kleines Skript auf jeder Seite meldet den Aufruf und weitere Ereignisse an das Analyse-Werkzeug. Das ist heute die verbreitetste Methode. Sie erfasst Details wie Bildschirmgröße oder Klicks, wird aber von Werbeblockern häufig unterdrückt und braucht oft eine Einwilligung.

Logfile-Analyse

Die Auswertung der Protokolle Ihres Webservers. Sie braucht keinen Code auf der Seite und erfasst jede Anfrage, auch von Besuchern mit Werbeblocker, aber eben auch viele Bots. Mehr dazu auf der Seite Website-Statistik.

Serverseitige Erfassung

Die Website selbst meldet Aufrufe an das Analyse-Werkzeug, ohne dass im Browser ein Skript läuft. Das ist technisch aufwendiger und ändert nichts daran, dass personenbezogene Daten verarbeitet werden können.

Werkzeugarten im Überblick

Die Werkzeuge unterscheiden sich weniger im Funktionsumfang als darin, wo die Daten liegen und wie viele Daten sie sammeln. Die genannten Beispiele sind keine Empfehlung; wir haben sie nicht selbst getestet.

ArtBeispieleTypische Eigenschaften
Umfassende Analyse-PlattformGoogle AnalyticsSehr viele Funktionen, Daten beim Anbieter, Einbindung in Werbesysteme; in der Regel Einwilligung nötig
Open-Source-Werkzeug, selbst gehostetMatomoDaten auf eigenem Server, viele Funktionen, Pflege und Updates liegen bei Ihnen
Datensparsames WerkzeugPlausible, UmamiWenige Kennzahlen, nach Herstellerangaben ohne Cookies ausgelegt, teils selbst hostbar
Statistik des Hostersje nach Hosting-PaketKein Code nötig, Grundzahlen aus den Logfiles

Alternativen zu Google Analytics: worauf es ankommt

Wer eine Alternative sucht, sollte nicht mit dem Werkzeug beginnen, sondern mit diesen Fragen:

  1. Welche Fragen soll die Analyse beantworten?Für „Wie viele lesen meinen Blog?“ genügt ein schlankes Werkzeug. Für die Auswertung von Werbekampagnen braucht es mehr.
  2. Wo sollen die Daten liegen?Auf Ihrem eigenen Server, bei einem Anbieter in der EU oder außerhalb der EU. Das beeinflusst Ihre Pflichten nach der DSGVO.
  3. Braucht das Werkzeug Cookies?Ohne Cookies und ohne Zugriff auf das Endgerät kann eine Einwilligung nach § 25 TDDDG entfallen. Die DSGVO gilt trotzdem. Details im Ratgeber Datenschutz.
  4. Wer pflegt es?Ein selbst gehostetes Werkzeug muss aktualisiert werden. Ein gemieteter Dienst kostet meist Geld, nimmt Ihnen das aber ab.

Ein Messplan für kleine Websites

Bevor Sie ein Werkzeug einrichten, schreiben Sie auf, was Sie messen wollen. Für eine typische kleine Website genügen wenige Punkte:

FrageKennzahlEreignis
Werden meine Inhalte gelesen?Seitenaufrufe je SeiteSeitenaufruf
Woher kommen die Leser?Sitzungen nach HerkunftSeitenaufruf mit Referrer oder UTM
Nehmen Besucher Kontakt auf?Abgesendete FormulareFormular erfolgreich gesendet
Wirkt der Newsletter?Sitzungen aus dem NewsletterLinks mit UTM-Parametern

Alles, was in diesem Plan keinen Platz hat, müssen Sie nicht erfassen. Weniger Daten bedeuten weniger Aufwand, weniger Pflichten und klarere Berichte.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Webanalyse und einem Besucherzähler?

Ein Besucherzähler beantwortet eine Frage: wie oft eine Seite aufgerufen wurde. Webanalyse erfasst zusätzlich, woher Besucher kommen, welche Seiten sie in welcher Reihenfolge ansehen, wie lange sie bleiben und ob sie ein Ziel erreichen, etwa ein Formular absenden. Dafür ist sie aufwendiger und berührt den Datenschutz stärker.

Was ist Website-Tracking?

Website-Tracking ist der Oberbegriff für das Erfassen des Verhaltens von Besuchern auf einer Website. Im engeren Sinn meint man damit oft das Wiedererkennen von Besuchern über mehrere Seiten oder Besuche hinweg, etwa mit Cookies. Dafür ist in Deutschland in der Regel eine Einwilligung nötig.

Brauche ich als kleine Website überhaupt Webanalyse?

Oft nicht. Wenn Sie nur wissen wollen, ob Ihre Seiten gelesen werden, genügen die Statistik Ihres Hosters, die Google Search Console und gegebenenfalls ein einfacher Zähler. Webanalyse lohnt sich, wenn Sie konkrete Fragen haben, etwa welcher Kanal Anfragen bringt.