Auf einen Blick
- Der Referrer ist die Adresse der Seite, von der ein Besucher kommt. Er steht im HTTP-Header „Referer“.
- Gängige Browser senden an fremde Websites seit 2020/2021 standardmäßig nur noch die Domain, nicht den vollständigen Pfad.
- Suchbegriffe stehen nicht im Referrer. Sie zeigt nur die Search Console der jeweiligen Suchmaschine.
- Fehlt der Referrer, landet der Besuch in der Statistik meist unter „direkt“, auch wenn er aus einer E-Mail oder App kam.
Kurz erklärt
Der Referrer ist die Adresse der Seite, von der aus ein Browser eine neue Seite anfordert. Er wird im HTTP-Header Referer übertragen, mit der historischen Falschschreibung.
Was im Referrer steht
Klickt jemand auf einem Blog einen Link zu Ihrer Website, schickt der Browser bei der Anfrage mit, woher der Klick kam:
GET /ratgeber/referrer/ HTTP/2
Host: 180hits.de
Referer: https://beispiel-blog.de/
Ihr Besucherzähler oder Ihr Analyse-Tool liest diese Zeile aus und ordnet den Besuch der Quelle „beispiel-blog.de“ zu. In PHP steht der Wert in $_SERVER['HTTP_REFERER'], in JavaScript in document.referrer. Beide können leer sein.
Warum nur noch die Domain ankommt
Früher übertrugen Browser die vollständige Adresse der Herkunftsseite, also auch Pfad und Parameter, etwa https://beispiel-blog.de/2026/10/mein-artikel?id=42. Weil darin manchmal persönliche Angaben steckten, haben die Browser das Standardverhalten geändert: Seit Chrome 85 (2020) und Firefox 87 (2021) gilt die Einstellung strict-origin-when-cross-origin. Safari kürzt seitenübergreifende Referrer ebenfalls auf die Domain.
Das bedeutet:
- Innerhalb Ihrer eigenen Website wird die vollständige Adresse übertragen.
- Von einer fremden Website kommt nur der Ursprung an, also Protokoll und Domain, zum Beispiel
https://beispiel-blog.de/. - Von HTTPS auf HTTP wird gar kein Referrer übertragen.
Sie sehen also, dass ein Besucher von beispiel-blog.de kam, aber nicht mehr, von welchem Artikel.
Wann der Referrer ganz fehlt
| Situation | Referrer beim Ziel |
|---|---|
| Adresse direkt eingetippt oder Lesezeichen | leer |
| Link in einer E-Mail-App, einem Messenger oder einer PDF-Datei | meist leer |
| Link aus vielen Smartphone-Apps | meist leer |
| Von einer HTTPS-Seite auf eine HTTP-Seite | leer |
Link mit rel="noreferrer" | leer |
Seite setzt Referrer-Policy: no-referrer | leer |
Alle diese Besuche landen in der Statistik unter „direkt“ oder „keine Angabe“. Ein hoher Anteil an Direktzugriffen bedeutet deshalb nicht zwingend viele Stammbesucher. Oft stecken Newsletter, Messenger-Nachrichten oder Social-Media-Apps dahinter. Wer solche Kanäle sauber auseinanderhalten will, markiert seine Links mit UTM-Parametern.
Die Referrer-Policy Ihrer eigenen Website
Über den HTTP-Header Referrer-Policy oder ein <meta name="referrer">-Tag legen Sie fest, was Ihre Website an andere weitergibt, wenn Besucher einen Link anklicken. Die wichtigsten Werte:
| Wert | Was übertragen wird |
|---|---|
strict-origin-when-cross-origin | Intern die volle Adresse, an fremde Seiten nur die Domain, an HTTP nichts (Standard) |
no-referrer | Nie etwas |
same-origin | Nur innerhalb der eigenen Website |
origin | Immer nur die Domain |
Für die meisten Websites ist der Standard die richtige Wahl. Er schützt die Privatsphäre der Besucher und lässt die eigene Statistik intakt.
Referrer-Spam erkennen
In manchen Statistiken tauchen Herkunftsseiten auf, die nie auf Sie verlinkt haben, oft mit auffälligen Namen. Das ist Referrer-Spam: Bots rufen Ihre Seite mit einem gefälschten Referrer auf, damit neugierige Website-Betreiber die Adresse besuchen. Klicken Sie solche Adressen nicht an. Ein Zähler, der Bots herausfiltert, zeigt sie gar nicht erst an.
Was das für Ihre Statistik bedeutet
Der Referrer bleibt nützlich, um zu sehen, welche Websites auf Sie verlinken und wie viele Besucher über Suchmaschinen kommen. Er ist aber kein vollständiges Bild der Herkunft. Planen Sie fest ein, dass ein großer Teil der Besuche ohne Referrer ankommt. Wie Sie die Zahlen insgesamt einordnen, erklärt die Seite Website-Statistik.
Häufige Fragen
Was ist ein Referrer?
Der Referrer ist die Adresse der Webseite, von der aus ein Besucher auf Ihre Seite gekommen ist, etwa über einen Link. Der Browser überträgt sie beim Aufruf im HTTP-Header „Referer“. Besucherzähler und Analyse-Tools werten diese Angabe aus, um die Herkunft der Besucher anzuzeigen.
Warum heißt es Referer und nicht Referrer?
Der Name des HTTP-Headers wurde in der ursprünglichen Spezifikation falsch geschrieben, mit einem r. Weil Browser und Server sich daran gewöhnt hatten, blieb die Falschschreibung im Header erhalten. Die spätere Einstellung „Referrer-Policy“ ist dagegen richtig geschrieben.
Was bedeuten Direktzugriffe in meiner Statistik?
Als direkt gelten Besuche ohne Referrer. Das sind Eingaben in die Adresszeile und Lesezeichen, aber auch Klicks in E-Mail-Programmen, Messengern, PDF-Dateien und vielen Apps, die keinen Referrer mitschicken. Direktzugriffe sind deshalb oft mehr als nur Stammbesucher.
Quellen
- Referer MDN Web Docs · abgerufen am 27. Oktober 2026
- Referrer-Policy MDN Web Docs · abgerufen am 27. Oktober 2026
- A new default Referrer-Policy for Chrome: strict-origin-when-cross-origin Chrome for Developers · abgerufen am 27. Oktober 2026